Kilometerlange Sandstrände, schöne Dünenlandschaften, Vögel über und am Wasser, angeschwemmte Muscheln, bunte Steine… und Müll. Dieser Anblick bot sich mir an einem der Strände im Westen von Jütland in Dänemark an welchem ich ein paar Aufnahmen machen wollte.

Zwar war es kein Abfall welcher die Besucher der Strandlandschaften hinterliessen, aber Müll welcher aus dem Meer angeschwemmt wurde. Darunter vor allem allerlei Kunststoffe wie Fischernetze, Flaschen und Seile. Nicht nur dass dieser Anblick wenig einladend ist, Abfall im Meer ist vor allem eine Gefahr für dessen Bewohner. Müll im Meer gibt es reichlich und drei Viertel davon sind Kunststoffe. Schätzungen zufolge landen jährlich 6 bis 26 Millionen Tonnen Plastikabfall im Meer. Dieser zersetzt sich nicht einfach, denn der Plastik ist zäh. So überdauern zum Beispiel Flaschen und Nylonnetze mehrere hundert Jahre.

Plastik löst sich nach langer Zeit auch nicht einfach “in Nichts” auf: durch den Einfluss der Sonne und des Salzwassers zerfällt es in immer kleinere Teile (Mikroplastik) und wird von Tieren für Nahrung gehalten oder als quasi Beifang verspeist. Die Organisation Plastic Oceans geht davon aus, dass 90% aller Seevögel Plastik im Magen haben. Betroffen sind nicht nur Vögel, sondern auch Fische, Robben, Meeresschildkröten etc. Die Tiere können die Teile nicht einfach ausscheiden, sie verhungern mit quasi vollem Magen oder verenden an inneren Verletzungen.

Es gibt mehre Organisationen welche sich dem Problem angenommen haben. Auch kämpft man an verschiedenen Fronten: Müll-Vermeidung, Alternativen zu Plastik, Recycling, Bildung, Sammelaktionen, etc. Doch das Problem ist komplex und es gibt keine simple Lösung.

Auch die Meinung es handle sich dabei nur um ein Problem von Entwicklungsländern greift zu kurz. Praktisch die gesamte Menschheit nutzt heute Produkte welche aus oder zumindest mit Plastik hergestellt wurden und längst nicht alle Länder haben das Abfallproblem im Griff. Das meiste Plastik gelangt über Flüsse in die Weltmeere, aber es gibt auch weniger offensichtliche Wege:

1992 verlor ein Frachter im Pazifik eine Ladung mit 29’000 gelben Plastikentchen. In den folgenden Jahren wurden diese auf verschiedenen Kontinenten gefunden – ab 2007 sogar in Europa. Auch wenn diese “Friendly Floatees“, wie sie genannt werden, nicht absichtlich entsorgt wurden, treiben heute noch deren Teile in den Ozeanen – und einiges davon wohl auch in Mägen von Tieren. Und dies ist auch kein Sonderfall: Man schätzt, dass jährlich 10’000 Container verloren gehen.

Die Organisation The Ocean Cleanup versucht sehr innovativ den Müll im Ozean abzuschöpfen und das wiedergewonnene Plastik zu rezyklieren. Die Leute hinter 4Oceans organisieren weltweit Säuberungsaktionen und finanzieren sich über den Verkauf von Armbändern – ebenfalls aus rezykliertem Plastik. Und natürlich setzt sich auch der WWF aktiv für eine Besserung ein und informiert ausführlich über die Problematik.

Doch man muss sich nicht unbedingt einer weltweiten Organisation anschliessen. Manchmal reicht es auch einfach bei einem Spaziergang etwas von diesem angeschwemmten Müll mitzunehmen und selber zu entsorgen.

Es mag ein kleiner Beitrag sein, aber auch dieser hilft. Und wer will kann natürlich trotzdem eine dieser Organisationen unterstützen welche sich für saubere Ozeane einsetzen.