Die Cloud-Lösung von Adobe ist in vielen Bereiche eine feine Sache. Sie vereinfacht die Kollaboration mit Partnern und Kunden aber auch das Teilen von Inhalten im Freundeskreis (um nur einige der Funktionen zu nennen). Doch eine Aufgabe will die kalifornische Kreativ-Wolke nicht so recht übernehmen: das exklusive Speichern und bedarfsweise Synchronisieren von Dateien mit Lightroom Classic CC.

Alles aus der Cloud

Adobe ist dabei alle (?) Apps in die Cloud zu zügeln. So gibt es nun statt ‘Lightroom’ ein ‘Lightroom CC‘ welches auf Daten im Cloud-Speicher zugreift und Bilder auf den Systemen von Adobe verarbeitet. Wer das “alte” Lightroom auf der Festplatte hat, der startet nun ‘Lightroom Classic CC’. ‘Classic’ ist aber nach wie vor Klasse, denn viele Funktionen fehlen der Cloud-Version noch. Ein Wechsel zu ‘Lightroom CC’ ist also noch etwas übereilt – so zumindest meine Einschätzung.

Wohin mit den Daten?

Jede Festplatte ist irgend einmal voll, vor allem wenn es die eines Notebooks ist, welcher zusammen mit dem Fotografen auf Reisen geht. So gesellen sich im Gepäck meist noch ein Stapel externe Festplatten dazu, welche für Backups und ausgelagerte Daten bestimmt sind. Adobe Lightroom Classic CC kommt damit prima zurecht. Sind Dateien mal nicht verfügbar, weil eine Festplatte nicht eingestöpselt ist, werden die Ordner markiert und die smarten Vorschaudaten (wenn vorhanden) lassen es zu, sogar “abwesende” Bilder zu bearbeiten.

Soweit so gut. Wie ist das nun aber mit der Adobe Creative Cloud? Könnte man jetzt nicht auf die Idee kommen, statt Festplatten-Zoo die ganzen Originaldateien in die Wolke zu verschieben und einfach nur das lokal zu speichern, was gerade benötigt wird? Und damit die Bearbeitung ebenso einfach wird, wären dann ebenfalls smarte Vorschaubilder lokal vorhanden.

Nein, diese Idee ist wirklich nicht abwegig. Doch Adobe tickt – zumindest bis heute – etwas anders. Denn irgendwie wollen sich Lightroom CC und Lightroom Classic CC nicht auf den Deal einlassen, Originale immer in der Cloud aber nur wahlweise lokal zu speichern.

Ein Lösungsansatz

Wie erwähnt ist Lightroom Classic CC ja sehr nachsichtig und macht um nicht verfügbare Originaldateien keinen grossen Hehl. Warum also diese Eigenschaft nicht nutzen und den Cloud-Service einfach woanders beziehen? Hierbei entgehen einen zwar andere Vorteile und Funktionen, doch lassen wir das mal bei Seite.

Also, neue Cloud, neues Glück. Ich bin Microsoft-Kunde und nutze deren Office365-Lösung. Auch die Redmonder Softwareschmiede bietet datenhortende Wolken mit grossen Kapazitäten an. Warum also nicht in dieser meine Bildquellen speichern? Denn Microsoft’s OneDrive oder SharePoint bieten die Möglichkeit, Ordner wahlweise zu synchronisieren. Die Auswahl lässt sich bequem und einfach über die OneDrive App steuern.

Natürlich muss es nicht OneDrive oder SharePoint sein. Jeder Cloud-Dienst welcher die Möglichkeit bietet, Synchronisationen auf Verzeichnis-Ebene wahlweise ein- und auszuschalten, kann hier zum Zuge kommen.

Für mich funktioniert dieser Ansatz sehr gut. Mein OneDrive hortete in den letzten Monaten versuchsweise rund 3000 Dateien. Früher oder später – so hoffe ich – wird dieses “variable, lokale Speichern” wohl auch bei Adobe möglich sein oder Lightroom CC hat alle Funktionen von Lightroom Classic CC übernommen. Bis dahin werde ich meine Dienste kombinieren und etwas weniger Festplatten durch die Länder tragen.